Gebäudeversicherung Bern
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Das Blitzschutzsystem einfach erklärt

Ein Blitzschutzsystem leitet die hohe Energie beim Einschlag ab und bewahrt Bewohner, Tiere und Gebäude vor grossem Schaden. Wie ein Blitzschutzsystem aufgebaut ist und was passiert, wenn der Blitz einschlägt, erfahren Sie hier.

Braucht es überhaupt ein Blitzschutzsystem?

Ja – denn ein Blitzschutzsystem leitet das hohe Spannungspotenzial ab und bewahrt so Bewohner, Tiere und Gebäude vor grossem Schaden. Blitze schlagen auch in der Nähe von Türmen, Bäumen und Hochspannungsleitungen ein. Der Blitz sucht sich den geringsten Widerstand und kann dadurch je nach Windrichtung auch in ein Haus einschlagen, wenn daneben ein höheres Objekt steht.

Wie ist ein Blitzschutzsystem aufgebaut?

Umgangssprachlich nennt man sie Blitzableiter, doch in Wahrheit sorgt ein ganzes Blitzschutzsystem für Sicherheit vor dem Blitz. Das äussere Blitzschutzsystem besteht aus einer netzförmigen Fangeinrichtung, Ableitungen und einer Erdung. Die Erdung setzt sich entweder aus einer Ringleitung aus Metalldraht rund 70 Zentimeter unter dem Boden und mindestens 1 Meter vom Gebäude entfernt (Ringerder) zusammen. Sie kann aber auch als Metallband im Gebäudefundament einbetoniert werden (Fundamenterder).

Innerer Blitzschutz

Ein Blitzschutzsystem funktioniert nur dann optimal, wenn es durch ein inneres Blitzschutzsystem ergänzt wird. Das innere Blitzschutzsystem besteht aus zwei Bestandteilen: Zum einen aus dem vom Elektriker sicherzustellenden Potenzialausgleich zwischen elektrisch leitenden Bauteilen wie Wasserleitung, Heizungsrohren und Lüftungskanälen, der Starkstromerdung und der Erdung des Blitzschutzsystems. Zum anderen aus einem Überspannungsschutz für empfindliche Geräte wie Fernseher oder Computer. Gerade Datenträger, die unwiederbringliche Dokumente und Fotos enthalten können, sind sensibel. Der Überspannungsschutz besteht aus einem Grobschutz, Mittelschutz und einem Feinschutz. Dieser wird durch einen Elektroinstallateur installiert.

Überspannungen entstehen nicht nur durch direkte Treffer, sondern auch durch Blitzschläge in der Umgebung: Wird zum Beispiel eine bis zu 2000 Meter entfernte Stromleitung getroffen, können elektrische Spannungen bis ins Haus vordringen. Als Folge davon können Elektronikkomponenten zerstört und im Extremfall sogar Brände oder Explosionen ausgelöst werden. Deshalb ist es wichtig, Ableiter einzubauen, die solche Überspannungen auf ein für die Geräte verträgliches Mass reduzieren.

Was passiert, wenn ein Blitz einschlägt?

Bei einem Blitzeinschlag sprüht wortwörtlich die Energie. An der Einschlagstelle am Haus ist ein Blitz bis zu 30‘000 Grad Celsius heiss. Brennbares Material kann sich dadurch leicht entzünden. Auch feuchtes Material ist gefährlich, weil die vorhandene Feuchtigkeit beim Blitzeinschlag explosionsartig verdampft und das Material auseinandergerissen wird.

Die Metalldrähte des Blitzschutzsystems (meistens aus Kupfer) fangen den elektrischen Strom der Blitze auf dem Dach, an Dachaufbauten und Erhöhungen ein. Ablaufrohre, Blechverkleidungen oder eigens installierte Metalldrähte des Blitzschutzsystems leiten ihn über die Fassade zur Erdung. So wird die Energie kontrolliert abgeleitet und richtet keinen Schaden an.

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