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Datum 13.03.2009 |
Trotz wenig Schäden steigen die Risiken Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) blickt auf ein atypisches Schadenjahr zurück: Auf wenig Schäden sowohl beim Feuer wie auch bei den Naturkatastrophen prallte ein katastrophales Börsenjahr. Die GVB schliesst mit einem Ergebnis von –17,2 Millionen Franken ab. Steigende Risiken sind die Herausforderungen.
Wenig Schäde n im 2008 Die GVB hat ein positives Schadenjahr hinter sich: Die Elementarschäden liegen mit 10,4 Millionen Franken weit unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 106,2 Millionen. Ebenfalls sehr gut ist die Situation bei den Feuerschäden. Sie liegen mit 39,2 Millionen Franken weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 56,3 Millionen. Nach den stark belastenden Vorjahren von 1999, 2005 und 2007 ist das Schadenjahr 2008 für einmal positiv ausgefallen. Beim Feuer zahlen sich die Prävention und die Intervention aus. Das positive Rekordjahr bei den Elementarereignissen hatte viel mit Glück zu tun – für die Versicherten und die GVB. Gegenüber dem übrigen Europa blieb der Kanton Bern im 2008 verschont. Doch Prognosen für Naturkatastrophen sind düster: Experten gehen weiterhin davon aus, dass die Klimaveränderung mit fundamentalen Verschiebungen zur Zunahme von Grossereignissen führt. An erster Stelle des Gefahrenpotenzials stehen Hochwasser mit gewaltigen Überschwemmungen, flankiert von Unwettern wie Sturm und Hagel.
Börsenverluste überstrahlen geringe Schäden Aufgrund der weltweit schwierigen Situation auf den Kapitalmärkten belaufen sich die Verluste auf den Kapitalanlagen auf 68,5 Millionen Franken. Dank der breiten Diversifizierung und des relativ hohen Immobilienanteils konnte die GVB die Verluste aber in Grenzen halten. Doch der Finanz-Tsunami überspült das gute Schadenjahr: Insgesamt schliesst die GVB mit einem Ergebnis von –17,2 Millionen Franken ab. Veränderung im Umfeld – Risiken nehmen markant zu
V e r s i c h e r u n g s r i s i k e n 2007 haben sieben gewaltige Unwetter zu horrenden Schäden durch Elementarereignisse mit einer Schadensumme von rund 180 Millionen Franken geführt. Leider kann nicht davon ausgegangen werden, dass nach dem schadenarmen 2008 der Klimawandel nicht mehr stattfindet: Der Trend zeigt, dass die Elementarschäden überproportional steigen, und zwar durchschnittlich pro Jahrzehnt um 50 Prozent. Nicht zuletzt ergibt sich auch durch die Zunahme von «Mega-Objekten», wie zum Beispiel dem Westside in Bern Brünnen ein grösseres Schadenpotenzial. Konkrete Massnahmen für die Hauseigentümer in der Elementarschadenprävention sind Objektschutzberatungen durch die GVBExperten und die Bernische Stiftung zur Prävention von Gebäudeschäden. Die GVB hat eine Äufnung der Mittel der Bernischen Stiftung zur Prävention von Gebäudeschäden um 2,5 Millionen Franken beschlossen. Die im Jahre 2006 gegründete Stiftung durfte in den Jahren 2006 bis 2008 über 1200 Projekte begleiten. Diese wurden mit über 1,9 Millionen Franken unterstützt, die schadenpräventive Investitionen von rund 15 Millionen Franken auslösten.
M a r k t r i s i k e n Neben den oben genannten Versicherungsrisiken sind auch die Marktrisiken bedeutend. Durch die zunehmende Volatilität der Kapitalmärkte ist in Zukunft mit weniger Kapitalerträgen zu rechnen. Die Bewirtschaftung der Reserven und Rückstellungen wird anspruchsvoller und der Anlagehorizont länger.
K r e d i t r i s i k e n Die GVB deckt die Spitzen von Extremereignissen mit einem Rückversicherungskonzept ab. Die Rückversicherungskapazitäten sind begrenzt und die Rückversicherungsprämien werden massiv teurer. In den letzten fünf Jahren verdreifachten sich die Rückversicherungsprämien im Elementarschadenbereich, da die GVB die Rückversicherung durch die grosse Schadenbelastung in Anspruch nehmen musste.
Intakte Substanz – Gleichgewicht beeinträchtigt Das versicherungstechnische Ergebnis ist positiv und schliesst mit 49,3 Millionen Franken ab (Vorjahr – 66,5). Eine Ausnahme der Regel. Denn das versicherungstechnische Ergebnis der GVB war in den letzten Jahren negativ.Allein mit den Prämieneinnahmen können die Schäden nicht finanziert werden. In der Vergangenheit setzte die GVB die Erträge aus ihren Kapitalanlagen ein, um das negative versicherungstechnische Ergebnis auszugleichen. Getreu dem genossenschaftlichen Gedanken konnte die GVB so die Prämien für ihre Kundinnen und Kunden tief halten.
Die risikotragende Substanz deckt die möglichen versicherungstechnischen und Kapitalmarktrisiken. Die Substanz der GVB ist auch nach dem schlechten Börsenjahr intakt – aber die zukünftigen Risiken, vor allem im Elementarschadenbereich bedingen, dass die Substanz wachsen muss.
Ziel: Günstige Prämien am Markt Die Herausforderungen für die GVB sind gross. Die Risiken steigen, das Wachstum der Prämien ist gering. Ausserdem wird das Bereitstellen von Risikokapital immer schwieriger. Die GVB will das gute Preis- und Leistungsverhältnis der Grundversorgung auch in Zukunft sicherstellen. Oberste Priorität ist es, das versicherungstechnische Ergebnis zu stabilisieren und die risikotragende Substanz zu stärken. Die GVB-Prämien sind 20 bis 50 Prozent günstiger als in Kantonen ohne Monopol. Sie sollen auch zukünftig tiefer bleiben als im «Markt».
Neue Geschäftsstrategie solls richten Die Ziele der Geschäftsstrategie 2009–2013 sind das Kerngeschäft zu stabilisieren und die Geschäftsfelder weiter zu entwickeln. Es gilt, das risikoadäquate Verhalten zu fördern und die Strukturkosten zu senken. Von der Geschäftsstrategie der GVB sind ebenfalls die politischen Rahmenbedingungen berührt: Eine Gesetzesrevision wird geprüft.
Zufriedene Kunden Das Geschäftsmodell der GVB mit dem Solidaritätsprinzip und dem genossenschaftlichen Gedanken hat sich in Krisenzeiten bewährt. Die Kunden bestätigen das: 92 Prozent der Kunden wünschen sich, dass die Gebäudeversicherung Bern auch in Zukunft in dieser Form bestehen bleibt. Das belegt die Kundenumfrage von 2008, die ein externes Institut durchgeführt hat.
– Am 6. November 2008 erhielt die GVB die «Anerkennung für Excellence» für vorbildliches Qualitätsmanagement. Die Auszeichnung nach dem europäischen Standard EFQM attestiert der GVB eine innovative und kundenorientierte Unternehmensführung.
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