Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) hat dieses Jahr zum dritten Mal einen «Prix Prévention» ausgeschrieben. Nach einer sorgfältigen Bewertung der 32 eingereichten Bewerbungen hat die Jury mitte November sieben Projekte für den Preis nominiert. Der oder die Gewinner werden im Rahmen einer Preisübergabe am 25. Februar 2008 bekannt gegeben.
Der von der Gebäudeversicherung Bern (GVB) erstmals im Jahr 2004 lancierte Prix Prévention im Wert von 20'000 Franken wird alle zwei Jahre für Beiträge zur Verhinderung oder Minderung von Feuer- und Elementarschäden verliehen. Ziel des Preises ist zum einen die Sensibilisierung der Bevölkerung für Sicherheitsaspekte rund um Feuer- und Elementarschäden, zum anderen die Verhinderung oder Senkung der jährlich auftretenden Schäden durch konkrete, realisierbare Präventionsmassnahmen.
Echte Innovationen werden seltener
Offensichtlich wird es immer schwieriger, Ideen und Projekte zu finden, die nicht bereits in ähnlicher Art schon vorhanden sind. Trotz des Rückgangs an Interessenten für das Bewerbungsdossier, liegt die Zahl der Bewerbungen ungefähr im Rahmen der Vorjahre.
Auch dieses Jahr hatte die Jury keine leichte Aufgabe. Es wurden zwar immer noch 32 Ideen und Vorschläge eingereicht. Die Jury hat jedoch festgestellt, dass bei der dritten Ausschreibung des Prix Prévention die neuen und innovativen Ideen eine sinkende Tendenz aufweisen. Auch wenn keines der nominierten Projekte als besonders oder aussergewöhnlich auffiel, fanden sich trotzdem sieben Ideen, die einen Preis oder zumindest eine Anerkennung verdienen. Unter Berücksichtigung der Bewertungskriterien hat sich die Jury entschieden, das Preisgeld von 20'000 Franken auf vier Preisträger aufzuteilen. Das Geheimnis, wer von den vier Preisträgern den 1. Rang gewinnt, wird jedoch erst an der Preisübergabe am 25. Februar 2008 gelüftet, ebenso, wer von den Nominierten die übrigen Preisträger und Empfänger einer Anerkennungsurkunde sind.
Die sieben nominierten Projekte
Bei ihrer sorgfältigen Überprüfung der eingereichten Ideen bewertete die Jury unter anderem den Nutzen, die Präventionswirkung, die Innovation, die Realisierbarkeit und die Nachhaltigkeit der Projekte. Bei sieben Bewerbungen entschied sich die Jury aufgrund der Bewertung für eine Nomination. Fünf der sieben Ideen betreffen den Hochwasserschutz – wohl eine Folge der auch in diesem Jahr gehäuft aufgetretenen Überschwemmungsereignisse.
Die Nominierten für den Prix Prévention 2008
Folgende sieben Eingaben wurden für den Prix Prévention nominiert
(in alphabetischer Reihenfolge nach den Namen der Bewerber):
Schlauer Dampfabzug. Eingereicht von Corinne Burkhard, Grenchen
Küchen-Dampfabzug, schaltet bei Brandgefahr des Kochgutes Kochherd automatisch aus und übernimmt Löschfunktion
FACO Protect HWS Hochwasserschutz. Eingereicht von Nicola Di Gabriele, Lyss
Kostengünstige Konzept-Lösung im Baukastenprinzip zum Abdichten von Gebäudeöffnungen gegen Wassereintritte. Im Flüssig-Einsatz bei jeder Witterung und bei grossen Temperaturunterschieden gleichzeitig mehrere Anschlussebenen abdichten. (Einsatz von Gel auf Silikonölbasis im Hochwasserschutz und einer entsprechenden Profilsystemreihe mit Patent-Endkappe).
FloodStop. Eingereicht von Michael Dobler, Oberurnen
Neu entwickeltes System, bestehend aus einem mit Luft aufblasbaren Hochwasser-Schutzkissen, zum Abdichten von Gebäudeöffnungen (Türen, Fenster, Garagen). Nach wenigen Handgriffen sind alle Öffnungen dicht, ohne vorgängige bauliche Massnahmen.
Schadenverhütung durch Sicherungsmassnahmen an Gebäuden.
Eingereicht von Fritz Hofer, Rüegsauschachen
Um-Montage der Eingangstüren. Weil sich in der Regel die Eingangstüren überall nur nach innen öffnen lassen, werden diese bei steigendem Wasserpegel eingedrückt. Würden die Eingangstüren neu nach aussen geöffnet, sorgt der Druck des Wassers für eine gute Abdichtung. Ins Sicherungssystem sind auch Kellerfenster, Schächte im Keller und Naturböden (Einbau Betonplatte) einzubeziehen.
Hochwasserschutz-Ausbildungsanlage-Fischzucht HAF 09.
Eingereicht von Ruedi Jungen, Frutigen
Bau eines Ausbildungs- und Testzentrums für Hochwasserschutz-Einrichtungen auf dem Gelände der alten Fischzucht Stalden, Freimettigen. Stalden i. E. wird zum Kompetenzzentrum für Hochwasserschutz, -systeme, -ausbildung, -gefahren am, im und rund ums Wasser. Fachkenntnisse, praxisnahe Ausbildung, Training in echter Umgebung sind die Voraussetzungen für ein unfallfreies, sichereres, schnelles, kompetentes Handeln in einem Schadenereignis.
«Safety by Default». Eingericht von Reto Schmid Biel
Erlass einer Vorschrift, dass auf allen in der Schweiz verkauften Handys die Notrufnummern «per Default» gespeichert sind!
Schutzsystem für sekundäre Überschwemmungszonen.
Eingereicht von Karl Weber, Wetzikon/ZH.
Nautilus 1: Hochwasserschutzsystem zum Verschliessen von Tür- und Toröffnungen, variable Breite, bis Schutzhöhe ca. 100 cm (auch höher möglich). Ermöglicht Einbau in alle Öffnungen ohne bauliche Veränderungen am Gebäude und ohne Konfektionierung am Einsatzort.
Nautilus 2: Hochwasserschutzsystem zum Verschliessen von Fensteröffnungen bis ca. 1 Quadratmeter Fläche. Ermöglicht Einbau ohne baulichen Anpassungen, hingegen Konfektionierung am Einsatzort nötig.
Die Jury
Die Jury umfasst elf stimmberechtigte Mitglieder:
Kontakt:
Bernhard Müller, Leiter Kommunikation
Gebäudeversicherung Bern (GVB)
Telefon 031 925 16 04
E-Mail: bmueller@gvb.ch