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Blitzschutzanlagen bei Gebäuden

Obwohl das Gesetz für die meisten privaten Wohnbauten keinen Blitzschutz vorsieht, ist diese Form von Vorbeugen aber mehr als sinnvoll. Erfahren Sie, wie private Wohneigentümer bei der Errichtung von Blitzschutzanlagen unterstützt werden und wie solche Systeme funktionieren.

 Blitzschutzanlagen für Gebäude
Obwohl das Gesetz für die meisten privaten Wohnbauten keinen Blitzschutz vorsieht, ist diese Form von Vorbeugen aber mehr als sinnvoll.

(stö) Moderne Blitzschutzanlagen bieten grösstmöglichen Schutz, weil sie den Blitz aussen am Gebäude ableiten. Voraussetzung ist aber, dass Blitzschutzsysteme fachgerecht installiert und gewartet werden.

Welche Bauten müssen zwingend Blitzschutzsysteme aufweisen?

Blitzschutzanlagen sind von Gesetzes wegen Pflicht bei:

  • Räumen, welche von mehr als 300 Personen belegt werden.
  • Gebäuden, die Personen beherbergen, z. B. Spitäler, Heime, Hotels.
  • Hohen Bauten wie Hochhäuser, Hochkamine oder Türme.
  • Grösseren (mehr als 3000 m3) landwirtschaftlichen sowie gewerblichen Gebäuden für die Holz-, Textil- und Kunststoffverarbeitung.
  • Industrie- und Gewerbebauten, in denen explosive Stoffe verarbeitet oder gelagert werden, z. B. Mühlen, chemische Fabriken, Tankstellen, Munitionslager.
  • Behältern von brennbaren Flüssigkeiten und Gasen oder Lager für flüssige Treib- und Brennstoffe inkl. den zugehörigen Bauten und Anlagen.
  • Gebäuden und Anlagen an exponierten topografischen Lagen (Quelle: heureka.gvb.ch ).

Blitzschutz bei privaten Wohnbauten

  • Die fehlenden gesetzlichen Vorschiften für private Wohnbauten führen dazu, dass in der Schweiz über 90% der Gebäude keinen Blitzschutz aufweisen.
  • Die kantonalen Gebäudeversicherungen bieten jedoch kostenlose Beratungen zum Thema Blitzschutz an. Darüber hinaus werden in den meisten Kantonen bei freiwillig erstellten Blitzschutzanlagen von den Versicherern Beiträge an die Installationskosten geleistet – sei es in Form einer Übernahme von bis zu 50% der Kosten oder von Prämienreduktionen.
  • Die Beiträge werden sowohl bei Neubauten als auch bei nachträglichen Installationen ausgerichtet. Die Anlage muss aber von einem Fachmann ordnungsgemäss erstellt und von einem unabhängigen Sachverständigen abgenommen worden sein.

So funktioniert eine Blitzschutzanlage

Im Grundsatz werden einschlagende Blitze über die äussere Gebäudehülle ins Erdreich abgeleitet, wo sie neutralisiert werden. Eine Blitzschutzanlage besteht aus: 

  1. Fangleiter: Kupferdrähte auf dem Dach fangen den Blitz ein.
  2. Ableitungen: Kupferdrähte und leitfähige Gebäudeteile (Ablaufrohre, Blechverkleidungen, Stahlstützen usw.) leiten den elektrischen Strom zur Erdung.
  3. Erdungen: Es gibt zwei Arten, (die Energie) den Blitzstrom in den Boden zu führen: Entweder eine Ringleitung aus Kupferdraht, verlegt in ca. 70 cm Tiefe um das ganze Haus, oder ein einbetoniertes Stahlband im Gebäudefundament.
  4. Innerer Blitzschutz: Verbindung aller Metallteile im Gebäudeinnern (Wasserleitungen, Gas- und Heizungsrohre) und elektrischen Installationen (Potenzialausgleich) mit dem äusseren Blitzschutz. Sinnvolle Ergänzung ist der Einbau eines Überspannungsschutzes für empfindliche Geräte wie Fernseher, Computer, Haustechniksteuerungen, usw.

Wichtig: Überspannungen entstehen nicht nur durch direkte Treffer, sondern auch durch Blitzschläge in der Umgebung: Wird zum Beispiel eine bis zu 2000 Meter entfernte Stromleitung getroffen, können elektrische Spannungen bis ins Haus vordringen. Als Folge davon können Elektronikkomponenten zerstört und im Extremfall sogar Brände oder Explosionen ausgelöst werden.

Blitzschutz-Installation

Bei Neubauten wird die Erdung in der Regel ins Fundament eingelegt. Um später Kosten zu sparen, lassen sich gleichzeitig auch die Anschlusspunkte für die Ableitungen verlegen. Die Installation einer Blitzschutzanlage ist aber auch bei bestehenden Bauten möglich.

Die Installationskosten für eine Blitzschutzanlage sind von Form und Grösse des Gebäudes sowie von den verwendeten Baumaterialien abhängig. Eine Blitzschutzanlage für ein Einfamilienhaus kostet ca. 1 bis 2% des Gebäudeversicherungswertes.

Schweizweite Norm für Blitzschutzanlagen mit kantonalen Ausgestaltungen

Blitzschutzanlagen sind landesweit genormt. Da feuerpolizeiliche Belange aber in die Zuständigkeit der Kantone fallen, können in einzelnen Kantonen geringfügige Änderungen bzw. Ergänzungen geltend gemacht werden. So akzeptiert die GVB als sogenanntes Fangsystem (Ab- und Fangleitungen sowie Erdungsanlage) ausschliesslich Maschennetze (verbundenes, äusseres Blitzschutzsystem), da dies die effizienteste Variante des Blitzschutzes ist. Die Prüfung von Alternativkonzepten ist gemäss Angabe GVB jedoch möglich.

Unterhalt von Blitzschutzanlagen

Eine fachgerecht installierte und kontrollierte Blitzschutzanlage benötigt kaum Unterhalt. Es ist empfehlenswert, die Anlage alle 10 Jahre und immer nach einem Blitzschlag durch den Ersteller kontrollieren zu lassen.

  • Artikel von:
  • hausinfo
  • Bildmaterial:
  • istockphoto